
Die Kelten waren kein einheitliches Volk und gründeten kein Reich. Sie bestanden aus vielen verschiedenen Stämmen, die sich teils verbündeten, teils bekämpften. Verbunden waren sie durch eine ähnliche Sprache und Kultur, besaßen jedoch keine eigene Schrift.
Ihre Kultur entwickelte sich aus der bronzezeitlichen Urnenfelderkultur und entstand etwa um 800 bis 750 v. Chr. im Raum zwischen dem heutigen Ostfrankreich und Österreich. Die keltische Geschichte wird in zwei Hauptphasen unterteilt:
- Hallstattzeit (800/750 bis 480 v. Chr.)
- Latènezeit (480 bis 50 v. Chr.)
Mit der Eroberung Galliens durch Julius Caesar um 50 v. Chr. verloren die Kelten auf dem europäischen Festland ihre politische Eigenständigkeit.
Auch das heutige Württemberg wurde in den Jahrhunderten vor Christus stark von den Kelten geprägt. Besonders bedeutend waren dabei die sogenannten Fürstensitze, die als politische und wirtschaftliche Zentren dienten.
In der Flur „Krumme Steigäcker “, 0,7 Kilometer
nordöstlich von Erbstetten, stieß man 1949
beim Bau eines Wasserbehälters auf zwei Skelettgräber
aus der Hallstattzeit. Darin wurde ein
bronzener Halsring (Hohlring im Innern mit Resten
von Holundermark) entdeckt, dessen Durchmesser
etwa zwölf Zentimeter betrug. Weiter fand
man zwei offene große Drahtringe (Durchmesser
sechs Zentimeter) sowie eine große Nadel mit
kleinem Kugelkopf.1 Vermutlich gehörten die
Gräber zu einem nahegelegenen Hof oder einer
kleinen Siedlung.
Quelle: Backnanger Jahrbuch 2019
Bestattungssitten in der Hallstattzeit
Aus der Hallstattzeit (ca. 800 bis 450 v. Chr.) sind unterschiedliche Bestattungsformen bekannt. Während insbesondere Angehörige der Oberschicht häufig unter aufwendig angelegten Grabhügeln bestattet wurden, erhielten nicht alle Verstorbenen eine solche Ruhestätte. Neben den weithin sichtbaren Hügelgräbern gab es auch schlichte Körperbestattungen, die ohne größere Aufschüttungen direkt im Boden angelegt wurden.
Die Gründe hierfür sind bis heute nicht vollständig geklärt. Vermutlich spiegeln die verschiedenen Bestattungsformen soziale Unterschiede wider. Grabhügel dienten nicht nur als Grabstätte, sondern auch als sichtbares Zeichen von Ansehen, Wohlstand und Macht. Einfachere Bestattungen könnten daher Menschen niedrigerer gesellschaftlicher Stellung vorbehalten gewesen sein. Ebenso sind regionale Traditionen oder der Zeitfaktor als Ursache denkbar.
Bei archäologischen Untersuchungen stellt sich zudem häufig die Frage, ob tatsächlich nie ein Grabhügel vorhanden war. Viele Hügel wurden im Laufe der Jahrhunderte durch Erosion, landwirtschaftliche Nutzung oder Steinbrucharbeiten vollständig eingeebnet. Gerade an stark veränderten Fundorten lässt sich daher oft nicht mehr eindeutig feststellen, ob ein heute als Flachgrab erscheinendes Skelettgrab ursprünglich von einem Hügel überdeckt war.
Für die hier entdeckten Bestattungen kommt beides infrage. Da die Gräber in geringer Tiefe aufgefunden wurden und das Gelände später intensiv wirtschaftlich genutzt wurde, kann nicht ausgeschlossen werden, dass einst vorhandene Hügelaufschüttungen im Zuge der Geländeveränderungen verloren gegangen sind.
Heute ist das das Gelände ist nach wie vor in Privatbesitz und nicht frei zugänglich. Die Funde sind in der Pfarr- und Zehntscheuer in der römischen Abteilung des historischen Vereins Erbstetten ausgestellt.

Das Gelände fällt leicht in nordöstlicher Richtung ab, bevor es weiter talwärts deutlich stärker zur Murr hin absinkt. Die Nutzung als Steinbruch hat das ursprüngliche Landschaftsbild nachhaltig verändert.
An der Stelle, an der einst die Gräber lagen, befindet sich heute ein Wasserbehälter, der etwa zwei Meter aus dem Boden herausragt. Die Bestattungen wurden jedoch in vergleichsweise geringer Tiefe entdeckt, sodass anzunehmen ist, dass sie nur knapp unter der damaligen Geländeoberfläche angelegt waren. Es ist nicht auszuschließen, dass es noch mehr Gräber in der Nähe gibt.
Die nächstgelegenen Grabhügel sind in Erbstetten Brand und im Hardtwald Frühmesshof.
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