- Ziegelbrennofen, Remshalden Buoch
In den letzten Wochen der Sommerferien hatte ich die Gelegenheit, einige Tage an einer Ausgrabung der Landesdenkmalpflege Baden-Württemberg in Remshalden-Buoch teilzunehmen. Das Untersuchungsareal war zuvor durch eine Geoprospektion, also die zerstörungsfreie Untersuchung des Untergrunds mittels geophysikalischer Messverfahren, als besonders vielversprechend eingestuft worden. Die Fläche lag unmittelbar neben der Buocher Kirche.
Ziel der Ausgrabung war es, weitere Brennöfen der sogenannten Buocher beziehungsweise schwäbischen Feinware nachzuweisen. Dabei handelt es sich um hochwertige Keramikgefäße und Geschirrwaren, die im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit hergestellt wurden. Die Buocher Ware war überregional gefragt und wurde in großen Mengen produziert und gehandelt.
Am ersten Tag wurde das Planum angelegt, auf dem die eigentlichen Grabungsarbeiten stattfinden sollten.

Der abgetragene Mutterboden (links im Bild schon die ersten Hinweise auf die Verfüllung) Schon dabei zeigte sich, dass die Arbeiten alles andere als einfach werden würden. Nicht nur die bis in größere Tiefen ausgetrocknete Erde erschwerte das Vorankommen, sondern auch eine mächtige Schicht aus Ziegelbruch verlangte uns allen einiges ab.
Zentimeter für Zentimeter arbeiteten wir uns mit Hacke, Spaten und Schaufel durch den Boden. Schließlich legten wir eine Art Erdkeller frei, in dem einst enorme Hitze geherrscht haben muss. Darauf deutete die stark verziegelte, durch hohe Temperaturen gebrannte Erde im Inneren eindrucksvoll hin.

Der freigelegte Keller bzw. die Grube (In Rot gut zu sehen die Versiegelung der Erde) 
Die Grube mit Ziegelinhalt Zwischen Tausenden von Mönch- und Nonnenziegeln, einer traditionellen Form mittelalterlicher Dachziegel, fanden sich zahlreiche Funde.

Reste der zum Teil noch komplett intakten Ziegel Neben einfachen Ofen- und Wandkacheln kamen auch reich verzierte Exemplare zum Vorschein. Zudem wurden immer wieder Scherben der Buocher Ware entdeckt, teilweise sogar mit erhaltenen Farbresten und Bemalungen.
Im Verlauf der folgenden Wochen wurde das Planum stetig vergrößert und die Grabungsfläche deutlich erweitert. Dabei traten weitere Befunde zutage: Spuren, die auf einen Ofen hindeuten könnten, sowie eine Mauerstruktur, die scheinbar aus dem Nichts auftauchte und wenig später wieder verschwand. Welche Funktion die freigelegte Anlage tatsächlich hatte, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Denkbar sind die Überreste eines Ziegelbrennofens, eines verfüllten Kellers oder einer anderen Art von Brennofen.

Blick aus Norden auf das Planum mit Mauer Auch der Aushub brachte interessante Funde hervor. Neben tausenden Keramikfragmenten kamen verschiedene Metallgegenstände ans Licht, darunter eine machetenähnliche Klinge, ein Wagenbolzen sowie ein Tonstecher.

Mein persönlicher Highlightfund: Eine Ofenkachel mit links einem vermutlich Ziegenbock und rechts ein Papagei Diese Funde liefern weitere Hinweise auf die Nutzung des Geländes, werfen zugleich aber auch neue Fragen auf, deren Beantwortung erst zukünftige Untersuchungen ermöglichen werden. Was fest steht ist das die Grube über mehrere hundert Jahre zur Entsorgung von Müll diente, darauf weisen verschiedene Keramikreste sowie Tierknochen und Scherben hin.

Bericht über die Grabung aus der Stuttgarter Zeitung - Aktuelles September
Lange war es aufgrund von Urlaub und dem allgemeinen Bewuchs auf den Feldern ruhig, doch langsam geht es wieder los.
Zunächst einmal ein herzliches Willkommen an alle, die durch den Artikel der BKZ neu auf diese Seite aufmerksam geworden sind. Den Artikel verlinke ich euch hier.

IMG 4162 Es macht mich sehr stolz, dass bereits innerhalb eines Jahres nach der Erstellung dieser Seite ein so großes Interesse entstanden ist.
In den kommenden Wochen werden wieder regelmäßig neue Artikel erscheinen beziehungsweise bestehende Beiträge überarbeitet werden.
Zudem durfte ich aktiv bei einer Ausgrabung des Landesamts für Denkmalpflege mitwirken. Auch darüber werde ich im Herbst einen kurzen Artikel veröffentlichen. Seid gespannt!
- Aktuelles August
Auch wenn es im August nur wenige neue Stätten gibt, tut sich dennoch einiges. Ende August darf ich an einer Ausgrabung im Rems‑Murr‑Kreis teilnehmen. Dazu werde ich einen separaten Bericht verfassen.
Auch bei neuen und alten Stätten bin ich aktiv – letztendlich geht das aber nur, wenn der Acker frisch gepflügt ist.
Ausserdem freue ich mich euch nun ein Forum anbieten zu können. Dort können wir uns zu allen Themen die relevant für die Webseite sind austauschen – ich freue mich auf euch!
Im Herbst werde ich außerdem eine neue Kategorie Stein- und Eisenzeit einfügen. Ich hoffe euch dazu viele neue Orte zu zeigen.
- Neuigkeiten auf der Seite + neue Beiträge
Zurzeit überarbeite ich die Seite weiter und feile an einigen Bereichen, damit ihr künftig noch leichter von Beitrag zu Beitrag springen könnt. Dabei kann es passieren, dass sich das Erscheinungsbild der Seite zwischendurch ein wenig verändert – ich probiere verschiedene Varianten aus, bis ich eine finale Form gefunden habe, die sowohl übersichtlich als auch angenehm zu nutzen ist.
Außerdem werde ich in den kommenden Wochen wieder neue abgegangene Orte veröffentlichen. In Porto habe ich noch reichlich Material gesammelt, das darauf wartet, gezeigt zu werden. Zusätzlich möchte ich euch die Artikel zu meinen Vorträgen in Erbstetten und Murrhardt zugänglich machen und entsprechend verlinken.
Es tut sich also einiges – bleibt gespannt!
Bis bald, Sven
- Aktuelle Luftbildaufnahme Marbach (Burg)
Heute konnte ich wirklich Tolle Aufnahmen mit der Drohne machen. Auf den Bildern sind deutlich mindestens drei Gebäude zu erkennen: Eines liegt nördlich am Feldweg, ein weiteres westlich in Richtung des angrenzenden Feldes, und ein drittes befindet sich ziemlich mittig, erkennbar an den drei rechteckigen Strukturen an den Enden.
In den kommenden Tagen gebe ich euch ein Update und mehr Bilder im zugehörigen Artikel ob ich herausfinden konnte, ob es Hinweise zur Nutzung der einzelnen Gebäude gibt – etwa, ob es sich um Wohn-, Wirtschafts- oder Lagerbauten handelt.
Besonders auffällig ist der Verlauf einer Mauer, die sich nach Südosten und Nordwesten erstreckt. Weiter nördlich werden zudem weitere Gebäude und Mauern vermutet, was auf eine größere, zusammenhängende Anlage hindeuten könnte.

Luftbild Copyright vicusmurrensis.de













