
Der erst im Jahr 2006 wiederentdeckte römische Gutshof liegt auf der Gemarkung Tometsklinge – an einem Standort, der dem klassischen Muster römischer Landgüter in Süddeutschland folgt. Die Anlage befand sich an einem abfallenden Südhang, optimal zur Sonne ausgerichtet, und am tiefsten Punkt floss ein kleines Gewässer vorbei. Unweit davon entspringt eine Quelle, die bis heute gefasst ist und vermutlich schon in der Antike genutzt wurde.
Zu den überlieferten Funden gehören Keramik, Tonfragmente und verschiedene Steine, die auf eine landwirtschaftlich geprägte römische Siedlung schließen lassen. Man geht von bis zu drei kleineren Gebäuden aus, die vermutlich als Wohn-, Wirtschafts- und Lagerbereiche dienten. Vor Ort ist heute jedoch nur noch wenig sichtbar. Die Steine scheinen größtenteils aufgelesen oder abtransportiert worden zu sein, und das Gelände ist von modernen Müll durchsetzt. Dennoch finden sich im Acker immer wieder kleine Keramik- und Tonfragmente, die sich aufgrund ihrer geringen Größe kaum eindeutig zuordnen lassen. Ich konnte nur einen Nagel und einen Henkel eines kleinen Gefäßes finden.
In unmittelbarer Nähe steht eine alte Kelter. Es besteht die durchaus plausible Vermutung, dass beim Bau dieses Gebäudes Steine aus dem römischen Gutshof wiederverwendet wurden – ein in der Region häufig beobachtetes Phänomen, da römisches Baumaterial über Jahrhunderte hinweg als willkommene Ressource diente. Zudem befinden sich keltische Grabhügel unweit des Gutshofes.
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