Hallstattzeit Grabhügel, Leutenbach (Rotenbühl)

Die beiden weniger ausgeprägten Hügel sind die Gräber, der nördliche große ist Wasserbehälter

Unweit der B14 bei Nellmersbach liegen auf einem Höhenrücken zwei hallstattzeitliche Grabhügel. Die Hallstattzeit – etwa 800 bis 450 v. Chr. – gilt als eine Epoche der frühen Kelten, geprägt von mächtigen Fürstengräbern, weitreichenden Handelsverbindungen und einer ausgeprägten sozialen Hierarchie. Die Hügel liegen etwas abseits, jedoch mit einer eindrucksvollen Aussicht bis hinüber zum Hohenasperg. Diese Sichtbeziehung war für die Kelten von großer Bedeutung, denn der Hohenasperg spielte als zentraler Fürstensitz und Machtzentrum der Region eine herausragende Rolle. Fast alle hallstattzeitlichen Grabhügel unserer Umgebung stehen in direktem Sichtkontakt zu diesem markanten Berg.

Beide Hügel bei Nellmersbach zeigen Spuren früherer Eingriffe. Die Einsenkungen auf den Kuppen deuten darauf hin, dass sie bereits geöffnet wurden. Vermutlich wurden sie schon in der Antike beraubt, denn nur wenige hundert Meter entfernt befand sich ein römischer Gutshof, dessen Bewohner möglicherweise auf die alten Grabhügel aufmerksam wurden.

Das Landesamt für Denkmalpflege vermutet zudem, dass sich auf dem Plateau weitere Grabhügel befunden haben könnten, die heute jedoch kaum mehr sichtbar sind. Weder in den LIDAR-Daten noch bei einer Begehung vor Ort lassen sich jedoch eindeutige Hinweise auf zusätzliche Hügel erkennen.


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