
Der Flurname „Steinhäuser“ spricht im Grunde für sich selbst. Als dieser Name vergeben wurde, müssen noch deutlich sichtbare Reste der einstigen Gebäude vorhanden gewesen sein – so prägnant und eindeutig benennt man eine Flur sonst kaum.
In der Oberamtsbeschreibung Marbach von 1866 steht schon geschrieben
Nahe beim Ort auf der linken Seite der Murr kommt der Flurname „Steinhäuser“ vor; man findet daselbst Gebäudeschutt, Backsteine etc., was einen hier abgegangenen röm. Wohnplatz vermuthen läßt.
Auch das Landesamt für Denkmalschutz beschreibt die Stelle wie folgt
Siedlungen der Vorgeschichte und der Römerzeit
Zahlreiche Lesefunden, darunter eindeutig römische, sowie Befunde im Luftbild belegen eine vor- und frühgeschichtliche Siedlungsfläche, wahrscheinlich sogar eine römische. (..)
Die Luftbildaufnahme konnte ich leider nicht auftreiben.
Heute vor Ort
Wenn man die Flur begeht, entsteht im ersten Moment – anders als bei vielen anderen Fundstellen – nicht sofort der Eindruck einer römischen Besiedlung. Das Gelände liegt südlich der Murr an einem weit auslaufenden, nach Norden abfallenden Hang. Zur Flussaue hin geht es ein gutes Stück hinab, und auch ein kleiner Bach, wie er bei vielen römischen Gutshöfen typisch ist, fehlt hier vollständig. Dafür liegt 200m westlich eine kleine Quelle.
Fast ganz oben am Hang befindet sich der Bereich, in dem die „Steinhäuser“ einst gestanden haben müssen. Es handelt sich um eine kleine, markante Geländespitze knapp unterhalb des höchsten Punktes. Heute liegt dieser Abschnitt größtenteils unter einer Wiese und einer Streuobstwiese; ein Teil wird zudem als Trainingsgelände für Pferde genutzt.

Was jedoch sofort ins Auge fällt, ist der hervorragende Ausblick. Von hier aus blickt man sowohl nach Steinheim als auch nach Murr – beides Orte mit nachgewiesener römischer Besiedlung. In der Ferne erkennt man Kleinbottwar und den Forsthof, ebenfalls Fundplätze mit römischen Spuren. Unten im Tal dürfte die Militär Straße von Benningen nach Murrhardt vorbeigeführt haben. Mit diesen Eindrücken erscheint die Vorstellung eines römischen Wachpostens an dieser Stelle durchaus plausibel.

Auch ein Rundgang um die Äcker und Wiesen bestätigt diesen Eindruck. Anders als bei größeren Gutshöfen finden sich hier kaum Lesefunde; meist liegen die wenigen Steine und Tonteile nur entlang der Wege, deren Materialherkunft oft unklar ist, da es aus dem Unterbau stammen kann.
Alles in allem handelt es sich um eine spannende Fundstelle, bei der zukünftige Untersuchungen sicherlich noch mehr Licht in die bislang eher schattige Quellenlage bringen werden.
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Guten Morgen Sven, Würde mich sehr über e
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