Quelle: Backnanger Jahrbuch 1993/94 Band 2
Trotz intensiver Suche nach Überresten des überlieferten römischen Wohnplatzes in der Flur „Kalkofen“ wurden keine Funde gemacht. Dieses Gebiet, nördlich von Kirchberg, besteht aus vielen kleinen Äckern, auf denen Mais, Kartoffeln und Gemüse angebaut werden. Befragungen von örtlichen Bewohnern und älteren Menschen ergaben keine Hinweise auf einen „Römerhof“. Auch beim Bau der Aussiedlerhöfe in der Nähe wurden keine Spuren entdeckt.
In der Fundkartei wird die Fundstelle als „angeblich Gutshof“ bezeichnet und Paret schreibt „Näheres unbekannt“. Die Angaben zur Entfernung der Fundstelle von Kirchberg variieren in den verschiedenen Quellen. Nach einer Notiz auf der Flurkarte von 1832 soll der „Kalkofen“ erst gegen 1900 gerodet worden sein.
Die einzige direkte, aber ungenaue Quelle für den römischen Wohnplatz ist die Oberamtsbeschreibung, die besagt, dass „etwa 1/4 Stunde nördlich vom Ort“ ein „römischer Wohnplatz“ gestanden habe und man „schon Grundmauern etc. ausgegraben“ habe. Weitere Hinweise ergeben sich aus Flurnamen wie „Kalkofen“, „Eichbach“, „Schnecken“, „Teufelsbrunnen“, „Mäuerlen“, „Bachwiesen“ und „Büchle“, die möglicherweise auf römische Baureste oder Hinweise auf einst freigelegte römische Mauern hinweisen.
Insgesamt bleibt die genaue Lage des römischen Wohnplatzes in der Flur „Kalkofen“ unklar und es konnten keine konkreten archäologischen Funde verzeichnet werden.
Vor Ort heute:
Auch heute keinerlei Spuren des Gutshofes. Die Äcker weisen zwar zahlreiche Keramiken auf die aber deutlich zu klein sind um sie zu bestimmen. Typische Steinansammlungen gibt es auch nicht. Auch auf den LIDAR Karten ist nichts zu sehen. Wenn es einen Gutshof auf dieser Flur gab ist er ohne etwas zu hinterlassen abgegangen oder sie befindet sich wo anders. Mein nächster Fokus richtet sich auf die Flurnamen: Schnecken, Mäuerle, Teufelsbrunnen, Bachwiesen und Büchle.
Update 10.01.2025
Heute war ich trotz dichten Schneetreibens erneut in der Flur Kalkofen unterwegs. Leider konnte ich weder dort noch in den angrenzenden Gewannen Schnecken, Mäuerle, Teufelsbrunnen irgendwelche Funde entdecken die auf die Namensgebung dieser hindeutet. Einige wenige Grundstücke ließen sich nicht absuchen, da sie inzwischen als Wiesen genutzt werden.
Trotzdem macht mich die Lage zunehmend stutzig. Zwar gibt es einen Südhang, doch fehlt in der gesamten Flur Kalkofen ein Bachlauf. Wenn es tatsächlich einen römischen Gutshof gegeben haben sollte, müsste er theoretisch eher weiter westlich in Richtung Eichbach gelegen haben – dort, wo beispielsweise auch die römischen Fundstellen Reiterhau oder Untere Au angrenzen.
Auch vom sogenannten Teufelsbrunnen ist heute nichts mehr zu erkennen, und eine Quelle lässt sich ebenfalls nicht (mehr) nachweisen. Dennoch könnte an dieser Stelle ein Gutshof oder ein anderes Gebäude durchaus Sinn ergeben haben. An einigen Punkten besteht nämlich ein guter Sichtkontakt hinunter zum Siedlungsgebiet der Untere Au, was für eine strategisch günstige Lage sprechen könnte.
Sollte jemand Hinweise zur Lage von diesem Gebäude haben wendet euch bitte über das Kommentarfeld oder die Kontaktseite an mich.
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