Burg Steinhausen, Aspach

Die einstige Burg Steinhausen befand sich nahe dem Weiler Steinhausen, der zur Gemeinde Aspach im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg gehört. Sie zählt zu den zahlreichen Burgen und burgähnlichen Anlagen der Region, über die nur wenig bekannt ist.

Lage

Die Burg lag auf einer markanten Bergnase westlich des Weilers Steinhausen, etwa 375 Meter über Normalhöhennull. Im Nordwesten floss der Rohrbach an der rechten Seite des Sporns entlang, während der Wolfklingenbach an der linken Seite westwärts verlief. Der Spornrücken, heute als Wolfsäcker bekannt, bot eine strategisch günstige Position, um die alte Hochstraße bei Völkleshofen zu kontrollieren. Diese Straße, vermutlich römischen Ursprungs, erstreckte sich über die Anhöhen von Oberstenfeld-Neuwirtshaus bis nach Sulzbach an der Murr.

Name

Der ursprüngliche Name der Burg ist nicht überliefert. Es wird jedoch angenommen, dass der Weiler Steinhausen, der um das Jahr 1300 erstmals erwähnt wurde, seinen Namen von der Burg erhielt.

Geschichte

Die Burg wurde vermutlich frühzeitig aufgegeben und daher nie urkundlich erwähnt. Der Historiker Gerhard Fritz vermutete einen römischen Ursprung. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts soll in den Wolfsäckern eine Ruine gestanden haben. Das Gebäude wurde als viereckig beschrieben, mit einer Seitenlänge von 20 Metern. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts sollen die Außenmauern eine Höhe von zwei Metern erreicht haben. Berichten zufolge waren 1934 noch Grundmauern, ein Wall und ein Burggraben erkennbar. Im späten 20. Jahrhundert jedoch verschwanden fast alle Spuren der Anlage, bis nur noch wenige Überreste erhalten blieben.

Eine Burg voller Rätsel – von einstigem Glanz und strategischer Bedeutung ist heute kaum mehr etwas sichtbar. Nur die Landschaft erinnert still an ihre Vergangenheit.

Quelle: Wikipedia

Vor Ort Heute:

Noch heute lässt sich die Burg durch die terrassenförmige Struktur im Berg erahnen, die ihre einstige Präsenz verrät. Überall im Gelände sind Überreste des ehemaligen Mauerwerks zu entdecken, die stille Zeugen der Vergangenheit sind. Auf den umliegenden Feldern und Wiesen (Gewann Wolfsäcker) liegen größere Steine verstreut, die darauf hindeuten, dass es sich um eine stattliche Anlage gehandelt haben könnte. Allerdings konnten keine Keramikfunde festgestellt werden, die weitere Hinweise liefern könnten.

Von der abgegangenen Burg in Backnang Schöntal ist deutlich mehr erhalten.

Zusammenfassung:

NameBurg Steinhausen (ursprünglicher Name unbekannt)
OrtAspach-Steinhausen, Baden-Württemberg, Deutschland
HöheEtwa 375 m über NHN
BurgentypSpornburg
ErhaltungszustandBurgstall, vollständig abgegangen

Besonderheiten:

  • Die Burg lag auf einer Bergnase westlich des Weilers Steinhausen
  • Die offene Flur auf dem Spornrücken trägt den Gemarkungsnamen Wolfsäcker
  • Wahrscheinlich nahm der Weiler Steinhausen seinen Namen von der Burg
  • Noch Anfang des 20. Jahrhunderts soll eine Ruine mit 20 m Seitenlänge existiert haben
  • Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Außenmauern noch 2 m hoch
  • 1934 waren angeblich noch Grundmauern, Wall und Burggraben sichtbar
  • Ende des 20. Jahrhunderts war die Burganlage bis auf wenige Reste gänzlich verschwunden

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6 Kommentare zu „Burg Steinhausen, Aspach

  1. Auf den hochauflösenden LIDAR-Bildern sieht man die Burgstelle noch sehr deutlich, während man vor Ort kaum noch was erkennen kann. Deshalb konnten Gerhard Fritz und Kollegen die Burg 1992 nicht mehr aufspüren. Wer residierte einst auf der Burg? Es ist nichts bekannt. Im frühen Mittelalter wird ein Ritter „Heinrich von Aspach“ genannt, allerdings dürfte dieser eher in Großaspach seinen Sitz gehabt haben. Die Burg Steinhausen ist und bleibt ein Rätsel. Sie gab dem Weiler seinen Namen.

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    1. Hi Daniel, in Großspach gibt es die Gewanne Burgweg, Oberes, Vorderes und Hinteres Bürgle. Denke wenn Heinrich von Aspach eine Burg hatte dann dort. Leider habe ich trotz vieler Ortsbesuche dort bisher nichts finden können.

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      1. Der Historiker Gotthard Reinhold hat zu Beginn der 90er Jahre nach dem „Aspacher Bürgle“ geforscht. Bei einer Begehung hat er 1993 einen runden Hain „südlich des Schotterwerks“ festgestellt sowie eine „darüber befindliche Mulde“. Dieser Hain ist wohl dem Steinbruch der Firma Gläser zum Opfer gefallen. Jedenfalls ist heute nichts mehr erkennbar.

        Reinhold hat auch die Burg Steinhausen gesucht und nicht mehr gefunden. Unglaublich, dass die Ruine zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch vollständig erhalten war. Reinhold bezieht sich auf Karl-Heinz Dähn: Unbekanntes Burgenland Löwensteiner Berge (Jahrbuch für Schwäbisch-Fränkische Geschichte 29, 1979/80. Dähn war ein absoluter Fachmann.

        Leider ist Dähn ( genannt „Burgen-Dähn“) vor ein paar Jahren verstorben. Man könnte noch alteingesessene Bürger aus Steinhausen befragen. Oftmals wissen die noch unglaublich viel…

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