Quelle: Paulus Handkarte
Auf Paulus‘ Handkarte aus dem Jahr 1876 ist eine römische Straße verzeichnet, die von Backnang in nordöstlicher Richtung zum Warthof führt. Ihr Verlauf beginnt an der Murr und zieht sich durch das Stadtgebiet von Backnang sowie weiter durch das heutige Gewerbegebiet Lerchenäcker. Anschließend mündet sie in den sogenannten „Größe Wald“, wo sich einst die frühere Siedlung Greußen befand.
Etwa ab der Mitte des Waldes lassen sich vereinzelt Überreste der historischen Wegführung entdecken. Diese zeigen sich in Form von gehäuften Steinansammlungen, wie sie beispielsweise auch entlang der römischen Straße bei Rielingshausen dokumentiert sind. Im Gelände selbst sind jedoch keine sichtbaren Strukturen wie die typischen begleitenden Gräben oder eine erhöhte Straßenführung auszumachen. Dies spricht dafür, dass es sich vermutlich nicht um eine Hauptverkehrsroute gehandelt hat, sondern um einen weniger frequentierten Nebenweg.
Der ursprüngliche Kreuzungsbereich mit der Straße zwischen Benningen und Murrhardt lässt sich heute kaum noch rekonstruieren. Das betreffende Waldstück ist jüngst aufgeforstet worden und dicht mit Brombeergestrüpp überwachsen, was eine genaue Untersuchung zusätzlich erschwert. Insgesamt gestaltet sich die Nachverfolgung des Straßenverlaufs im Größe Wald als herausfordernd, da das Terrain schwer zugänglich und stark bewachsen ist.
Der weiterführende Verlauf der römischen Straße – Beobachtungen im Hanggelände
Nachdem die Straße den „Größe Wald“ nordwärts verlässt, verliert sich ihre klare Spur zunächst. Der mutmaßliche Verlauf führt hangaufwärts durch ein heute als Wochenendgrundstück genutztes Areal, von dem aus sie erneut in ein Waldstück eintaucht. In diesem Abschnitt sind zahlreiche alte Rückegassen und verwachsene Forstwege zu erkennen, die den ehemaligen Straßenverlauf teilweise kreuzen oder überlagern könnten.
Etwas westlich dieser Rückegassen lassen sich mit großer Wahrscheinlichkeit wieder einzelne Abschnitte des römischen Weges ausmachen. Wer dem vermuteten Verlauf der Straße folgt, stößt im Abstand von etwa fünf bis zehn Metern immer wieder auf Steinansammlungen, die in ihrer Form und Verteilung jenen im unteren Talbereich ähneln. Der Weg zieht sich kontinuierlich weiter den bewaldeten Hang hinauf in Richtung Norden.
Die Steine sind deutlich größer als im Tal was der Hanglage geschuldet sein dürfte.
Links und rechts des angenommenen Verlaufs sind häufig keinerlei steinige Strukturen zu erkennen. Aufgrund der steilen Hanglage treten jedoch immer wieder Geröllfelder auf, die eine eindeutige Identifikation erschweren und den Eindruck von zufälliger Steinverteilung erwecken können.
Insgesamt erweist sich dieser Hangbereich als äußerst unzugänglich: Das Gelände ist von dichten Sträuchern, stacheligen Dornenbüschen und eng stehenden Jungbäumen durchzogen, die eine systematische Untersuchung deutlich behindern.

Den nördlich anschließenden Abschnitt der Route konnte ich bislang noch nicht erkunden – jedoch plane ich, in den kommenden Wochen weitere Nachforschungen anzustellen.
Was denkt ihr? Was haben uns die Römer in unserer gegen hinterlassen? Was beeinflusst uns heute noch? Lasst mir gerne einen Kommentar da.
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Ein Kommentar zu “Römerstrasse Backnang – Warthof”