Das Kleinkastell Ebnisee war eine römische Fortifikation am Obergermanischen Limes, der 2005 UNESCO-Weltkulturerbe wurde. Es wurde 25 Meter hinter der römischen Reichsgrenze errichtet und liegt heute nahe dem Ebnisee in der Gemeinde Kaisersbach, Baden-Württemberg.
Lage und Forschungsgeschichte
Das Kastell befindet sich etwa 400 Meter südlich des Wachturms Wp 9/116 und 30 Meter hinter dem Limeswall. Es liegt auf dem höchsten Punkt des Limesabschnittes und bot eine hervorragende Sicht zur Überwachung der Grenze. 1895 wurde die Anlage durch Gustav Sixt im Rahmen seiner Arbeiten für die Reichs-Limeskommission erstmals untersucht. Eine moderne Ausgrabung erfolgte bisher nicht.
Baugeschichte
Das quadratische Lager (21 x 23 Meter) hatte nur einen Einlass an der östlichen Prätorialfront. Es besaß einen steinernen Wehrturm über der Zufahrt und eine hölzerne Innenbebauung. Sixt fand keinen Kastellgraben. Die Besatzung bestand aus zehn bis zwanzig Soldaten.
Funde
1896 entdeckte Sixt unter anderem den Läufer einer Handmühle und die Spitze eines Pilums.
Funktion und Datierung
Der Archäologe Dieter Planck ordnet das Kleinkastell dem Typus Rötelsee zu, entstanden vermutlich im späten 2. Jahrhundert. Andreas Thiel datiert es sogar noch jünger, in die späte Limeszeit, als die Überwachung der Grenze durch Kleinkastelle erfolgte.
Ich hoffe, das hilft dir! Wenn du noch Fragen hast oder weitere Informationen benötigst, stehe ich gerne zur Verfügung.
Quelle: Wikipedia

Quelle: Infotafel vor Ort
Heute vor Ort:
Heute ist das Kleinkastell Ebnisee völlig von einer vielfältigen Vegetation überwuchert. Hohe und niedrige Bäume ragen in den Himmel und verleihen der Umgebung eine mystische Atmosphäre. Der Boden ist von einer dichten Schicht aus weichem Moos bedeckt, das wie ein grüner Teppich aussieht. Zwischen den Bäumen wuchern dornige Sträucher, die sich ihren Weg in alle Richtungen bahnen.
Wer sich tapfer von der Limesgrenze aus durch das Dickicht kämpft, kann noch den zusammengefallenen Wall des Kastells erkennen. Diese Überreste erzählen stumm von vergangenen Zeiten, als römische Soldaten hier über die Grenze wachten. Doch die dichte Überwucherung lässt nur noch erahnen, was einst hier stand. Viel mehr als der überwucherte Wall ist nicht mehr zu sehen, aber gerade das verleiht diesem Ort seinen geheimnisvollen Charme und seine historische Bedeutung.
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