Villa Rustica, Heidenhof (Brand)

Vor 1870

  • Bis 1832: Die Ruinen der Villa lagen in einem östlichsten, schmalsten Zipfel des Waldes „Brand“. Die ehemalige Waldgrenze verlief an den drei äußeren Seiten des Brandwaldes um die Villa herum.
  • Bis 1870: Der Wald „Brand“ wurde bis an die Ruinenstätte heran gerodet, sodass die Ruinen innerhalb des Waldes lagen, aber an seinem Rand.

Um 1870

  • 1870: Die Reste des Waldes „Brand“ wurden gerodet, einschließlich der Parzelle 361, auf der noch „Bäume ausgewurzelt“ wurden. Eichen standen am Rand des Ackers auf der ehemaligen Parzelle 360.

1922 – 1923

  • Winter 1922/23: Landwirt Christian Klöpfer grub Mauerreste auf seiner Parzelle 361 aus. Er fand Ziegel und Scherben von Tongeschirr. Die Mauerzüge waren im Gelände gut zu erkennen. Die Umfassungsmauern der Villa sowie Reste von drei Gebäuden wurden freigelegt.
  • 1923: Die Umfassungsmauer der Villa wurde vereinfacht in die Flurkarte eingetragen, aber ohne Details zu den erkennbaren Resten der Gebäude. Auch wurden 40 Meter nördlich der Hofmauer die Grundmauern eines Hauptgebäudes und mehrerer Nebengebäude entdeckt.

1925

  • 1925: Klöpfer transportierte den Steinschutt der Villa ab, insgesamt etwa 75 Mistwagen zu je einem Kubikmeter, um damit den Weg vom Heidenhof östlich zur Straße Erbstetten-Nellmersbach zu bauen.

1940

  • 1940: Beim Bonitieren seines Ackerbodens wurde die untere Ackerhälfte, in der sich die römischen Überreste befinden, als 5. Bodenklasse bewertet, obwohl der Boden hier sehr gut sei. Der Bodenprüfer stieß gleich auf Steine. Die obere Ackerhälfte, ohne römische Siedlungsreste, wurde als 3. Bodenklasse bonitiert.

1951

  • 13. Februar 1951: O. Paret und H. Zürn besichtigen die Fundstelle. Die Villa ist als flache Erhöhung im Gelände sichtbar, mit Ziegelbrocken und herausgerissenen Kalksteinbrocken übersät.

1968

  • 24. März 1968: Bei einer ganztägigen Begehung wurden zahlreiche Kalkstein-, Leisten-, Hohl- und Keramikbruchstücke auf der Ackeroberfläche gefunden. Die Oberflächenfunde konzentrierten sich auf die nördliche Hälfte der Parzelle 360. Es wurde ein sehr gut erhaltener grauer Mörtelstrich in einer Tiefe von 30 bis 40 Zentimetern entdeckt, der von Pflugarbeiten nicht mehr erreicht wird.

Flurnamen

  • „Brand“:
    1. Könnte von den Grabhügeln der Hallstattzeit (800 bis 900 Meter westlich des Gutshofes) herrühren.
    2. Kann sich auf planvolle Rodung um 1500 beziehen. Das Abbrennen von Wald und Busch könnte das Gelände für den Ackerbau vorbereitet haben.
    3. Könnte von den Ruinen des (möglicherweise von den Alamannen) niedergebrannten Gutshofes hergeleitet werden.
  • „Hinter dem Erlach“: Erlengebüsch, das auf durch die Fundstätten verursachten Ödplätzen wucherte, möglicherweise im Zusammenhang mit der Villa oder den Grabhügeln.
  • „Unterer Steinhau“ und „Oberer Steinhau“: Die germanische Waldbenennung „Hau“ erinnert an die frühere Waldbedeckung, „Stein-“ an das Ruinengelände.

Vor Ort heute:

Heute findet man eine Anbaufläche für Äpfel sowie umliegende Äcker vor. Es gibt kaum Oberflächenfunde, jedoch stößt man auf viele aufgelesene Steinhaufen, die auch Keramik enthalten. Von welcher Art diese Keramik ist, konnte ich leider noch nicht herausfinden. Auch im angrenzenden Bach liegen viele größere behauene Steine.

Zusammenfassung:

Art der VerwendungVilla Rustica
OrtNähe Heidenhof, Baden-Württemberg, Deutschland
ErhaltungszustandRuinenstätte, vollständig abgegangen

 

Besonderheiten:

  • Die Villa lag ursprünglich im Wald Brand, der bis 1870 gerodet wurde.
  • 1922/23 wurden Mauerreste, Ziegel und Tongeschirr entdeckt.
  • 1923 wurden Grundmauern eines Hauptgebäudes und mehrerer Nebengebäude freigelegt.
  • 1925 wurde der Steinschutt der Villa für den Bau eines Weges verwendet.
  • 1951 war die Villa als flache Erhöhung im Gelände sichtbar.
  • 1968 wurden Kalkstein-, Leisten-, Hohl- und Keramikbruchstücke gefunden.
  • Heute ist das Gelände eine Anbaufläche für Äpfel, mit wenigen Oberflächenfunden.

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3 Kommentare zu „Villa Rustica, Heidenhof (Brand)

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