
Quelle: Backnanger Jahrbuch 1995 Band 3
Das römerzeitliche Gehöft in der Flur „Reuterhau“ auf der Markung Rielingshausen ist nur durch eine schriftliche Quelle bekannt, die über 100 Jahre alt ist. Diese Quelle berichtet von „Spuren eines römischen Wohnplatzes“ im Wald „Reuterhau“, dicht nördlich der Römerstraße Benningen-Murrhardt, ohne Fundart, -umstände und -zeit zu nennen. Paret stützt seine Berichte auf mündliche Überlieferungen, dass „beim Stumpengraben Mauern gefunden und ausgebrochen“ wurden. Weitere Quellen nehmen lediglich Bezug auf diese Notiz und berichten nichts Neues.
Nach neueren Erkundungen, ca. 300 Meter nordöstlich der Straßengabel Rielingshausen-Großaspach (L 1124) und Rielingshausen-Kleinaspach, stimmten die Angaben von Paret mit den handschriftlichen Bemerkungen auf einer Karte der Bodendenkmalpflege überein. Im Frühjahr und Herbst 1968 wurden Ackerbegehungen durchgeführt, bei denen Keramikbruchstücke gefunden wurden, die auf ihre römische Herkunft hinwiesen.
1968 wurden Drainagearbeiten in der Flur „Reuterhau“ durchgeführt, bei denen die Bauern auf den befestigten Stichweg von der Römerstraße zum nördlich liegenden Gutshof stießen. Diese Erkenntnisse sowie die unklaren Überlieferungen führten dazu, dass die genaue Lage des Gehöfts noch nicht eindeutig bestimmt werden konnte. Zudem befanden sich in 100m Entfernung frühzeitliche Grabhügel.
Im Februar/März 1968 konnte der Fundacker auf Gemeinde-Parzelle 2176 (Pächter Emil Wildermuth) Siedlungsreste freigeben, während das umgebende Wiesengelände keine Funde aufwies. Im nördlich angrenzenden Waldrand ist der Boden mit dichtem Brombeergestrüpp überwuchert. Die Entdeckung von Steinen und Keramikbruchstücken auf dem Acker deutet auf die Überreste des römischen Gehöfts hin.
Diese Erkenntnisse deuten darauf hin, dass das Gehöft in einem Gebiet liegt, das einst von den Römern bewohnt war, obwohl viele Details noch unklar sind.
Funde:






Vor Ort heute:
Auch heute finden sich auf dem Acker noch viele Teile der alten Römerstraße. Auch größere Steine eines Gebäudes und Keramik sind sichtbar. Der interessanteste Teil befindet sich jedoch nördlich des Ackers im Waldgebiet. Dort ist eine Überwucherung des Bodens mit Dornenpflanzen zu sehen, und ein gerader Graben führt in nordöstlicher Richtung ins Nichts. Generell sieht der Boden des Waldes dort anders aus als ein paar Meter weiter. Meine Vermutung ist das das Gebäude deutlich nördlicher Stand als in der Karte eingetragen.

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4 Kommentare zu „Römisches Gebäude, Rielingshausen“